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Termine des Impfbusses in Edewecht

Umstellung auf H-Erdgas in der Gemeinde Edewecht gestartet

Großprojekt ist gestartet

  • Umstellung auf H-Erdgas sichert Gasversorgung der Gemeinden Bad Zwischenahn und Edewecht.
  • Gasmonteure besuchen alle Gasverbraucher, um Erdgasgeräte anzupassen.
  • Rund 98 Prozent aller Geräte sind an H-Gas anpassbar.
  • Gasgeräte können dann auch das aus LNG gewonnene Erdgas verbrennen.

Die Niederlande beenden ihre Gas-Lieferungen nach Deutschland, Belgien und Frankreich bereits in wenigen Jahren. Daher erhielt EWE Netz einen gesetzlichen Bundesauftrag, den Nordwesten Deutschlands auf alternatives H-Erdgas umzustellen. Dieses Gas stammt derzeit aus der Nordsee, zum Beispiel aus norwegischen oder britischen Quellen. Bei den zwei Gassorten liegt der Unterschied im Energiegehalt: H-Gas setzt bei der Verbrennung mehr Energie frei als das L-Gas, daran muss EWE Netz nahezu alle Erdgasgeräte manuell anpassen.

Wer ist betroffen?                     

Besuch erhalten in den nächsten Monaten alle Erdgaskunden – unabhängig davon, bei welchem Gaslieferanten sie letztlich ihre Rechnung bezahlen. Das Projekt ist eine Mammutaufgabe: Denn in den Gemeinden gibt es Tausende Erdgasgeräte, die sich in weit über 22.000 Arten, Typen und Modellen unterscheiden. Hinzu kommen noch unterschiedliche Reparatur- und Wartungszustände. Nahezu jedes Gerät muss daher einzeln betrachtet und nur bei Bedarf individuell an das H-Erdgas angepasst werden.

Das passiert bei den Besuchen

Jeder Gasverbraucher erhält mindestens zwei Besuche, das Ziel des jetzt anstehenden ersten Kundenbesuchs: „Wir führen an den Geräten eine wichtige Sicherheitsprüfung durch und nehmen Daten vom Typenschild der Geräte auf“, erklärt Jens Witthus, Pressesprecher des Projekts bei EWE Netz. Das Unternehmen gleicht die Informationen mit einer Datenbank ab, die vom „Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.“ (DVGW) geführt wird. Hier hinterlegen insbesondere die Geräte-Hersteller drei Informationen: Ist das Kundengerät überhaupt an H-Gas anpassbar? Wie kann es angepasst werden? Und zu welchem Zeitpunkt sollte EWE Netz genau dieses Gerät anpassen?

„Der zweite Besuch folgt einige Monate später, hier werden wir das Gerät dann an das H-Gas anpassen und eine weitere Sicherheitsprüfung vornehmen“, ergänzt Jens Witthus. Jeder Besuch dauert rund 30 Minuten und wird zuvor immer schriftlich sogar per Einschreiben angekündigt.

98 Prozent sind anpassbar

Im Nordwesten konnte EWE Netz bereits über 200.000 Erdgasgeräte erfolgreich an das H-Gas anpassen. „Mit der hier gemachten Erfahrung können wir sagen, dass sich insgesamt rund 98 Prozent aller Kundengeräte an das H-Gas anpassen lassen“, freut sich Witthus. EWE Netz rechnet damit, diesen Wert auch im Ammerland erreichen zu können.

 

Wenn EWE Netz ein Gerät doch einmal nicht anpassen kann, dann liegt es häufig daran, dass es den Geräte-Hersteller heute nicht mehr gibt. Technische Probleme während des Umrüstens von Gasgeräten gab es bislang nahezu ausschließlich bei sehr alten Heizungen, die noch nie oder zu selten durch einen Fachbetrieb gewartet wurden.

Keine Rechnungen

Grundsätzlich entstehen Kunden durch das Projekt keine direkten Kosten. Daher versendet EWE Netz auch keine Rechnungen für die Erdgasumstellung und die Gasmonteure verlangen vor Ort niemals Geld von Kunden. Zwei Ausnahme gibt es aber bei den Kosten: Falls die Monteure feststellen, dass ein Gerät eine Reparatur oder eine Wartung braucht, muss der Eigentümer dafür wie gewohnt einen Fachbetrieb seiner Wahl beauftragen und bezahlen.

Schutzmaßnahmen gegen Trickbetrüger

EWE Netz entwickelte zusammen mit Polizeibehörden zahlreiche Schutzmaßnahmen gegen potenzielle Trickbetrüger. Jeder Kunde erhält zusammen mit seinem Terminanschreiben einen Flyer, der Kunden informiert, wie sie den „echten“ Gasmonteur erkennen können. Weitere Maßnahmen wurden entwickelt, die jedoch öffentlich nicht genannt werden. Verbraucher können sich auch hier informieren: www.ewe-netz.de/trickbetrug

Erdgasgeräte und LNG

Nahezu alle Erdgasgeräte, die das Unternehmen bei Privatkunden derzeit auf das H-Erdgas umrüstet, sollten in der Regel auch das aus LNG gewonnene Erdgas zuverlässig verbrennen können. Deutschland will sich mit LNG von russischen Gaslieferungen unabhängiger machen. In der Umsetzung ist derzeit zum Beispiel der Bau eines LNG-Terminals in Wilhelmshaven. LNG ist H-Erdgas, das aus außereuropäischen Herkunftsländern stammt. Es wird bei einer Temperatur von ca. -161 °C flüssig – also zu LNG (Liquefied Natural Gas bzw. Flüssigerdgas) und lässt sich dann auch per Schiff transportieren. Für das Einspeisen in Gas-Pipelines wird LNG wieder in einen gasförmigen Zustand gebracht.

Wie geht es weiter?

Bereits 2023 schaltet EWE Netz erste Teile der Gemeinden Bad Zwischenahn und Edewecht auf das H-Gas um, danach geht es schrittweise weiter. Eine Unterbrechung der Gasversorgung in den Gemeinden wird es nicht geben. Ab 2025 versorgt EWE Netz das gesamte Ammerland nahezu vollständig mit dem H-Erdgas. Und ab 2027 kann das Oldenburger Unternehmen das Großprojekt im ganzen Nordwesten abschließen.

Weitere Informationen zum Thema auf www.ewe-netz.de/erdgasumstellung und www.facebook.com/EWENETZErdgasumstellung

 

 

Solche Brennerdüsen muss EWE Netz an den Gasgeräten häufig tauschen. Bild: Carsten Heidmann

Warum stoppen die Niederlande ihre Gaslieferungen?
Ein Auslöser ist das zunehmende Schwinden der Förderkapazitäten des niederländischen L-Erdgases. Hinzu kommen vor allem starke Erdstöße in den Niederlanden, bei denen niederländische Experten die Gasförderung als Verursacher ausgemacht haben. Daher entschied die niederländische Regierung, in wenigen Jahren aus der Erdgasförderung auszusteigen. Betroffen davon sind mehrere Millionen Gasverbraucher in zahlreichen deutschen Bundesländern. Der deutsche Gesetzgeber verpflichtete daher über 40 Gasnetzbetreiber, jeweils ihre Region auf das alternative H-Gas umzustellen.

(Pressemitteilung der EWE Netz GmbH)